Samstag, 7. Januar 2012
worum es geht: polit

"wir sind die niedersachsen, ...

...hirnverbrannt und krumm gewachsen"

ach wulffi. es hätte doch alles so schön werden können mit uns.
zusammen mit einem bekennenden kommunisten hatte ich mich - also wir uns - darauf geeinigt, dass wir den christian als harmlosen frühstückspräsidenten sehr viel besser finden als den neoliberalen reaktionär, den sich rotgrün seinerzeit schöngegauckelt hatte. der christian ist ein sehr guter fährentäufer, erste wahl. der kann da nicht viel kaputt machen.

wir hatten nur eine sache nicht bedacht. das "system niedersachen"
(- und ich hätte es wirklich besser wissen müssen). so aus albrecht'schem geist und von schröder geschweißt war und ist es dort einfach seit jahrzehnten üblich, genau so politik zu machen. dieser wortwörtlich halbseidenen brionibande von emporkömmlingen* aus großsprechern, ranschmierern und musikerfreunden, aus provinzaristokratie, organisiertem finanzbetrug und postenklüngel geht es halt leicht von der hand, einen tagesbefehl per mobilbox-ansage bei der örtlichen presse zu hinterlassen. dass mag auch noz- oder haz-redaktionen in den kollektiven kotau zwingen, wird aber bei egomanen wie k.d. wohl eher nicht verfangen. und so war es ja wohl auch.

ich wär ja wahnsinnig gerne bürger eines landes, wo der bundespräsident nicht von der ZEITUNG abgesetzt wird. und wenn schon, dann wüsste ich gerne, warum und wem es nützt. dieser quatsch mit seinem irre begehrenswerten klinkerhaus kann's ja wohl nicht sein.
klar, das ist nicht toll (nein, auch das haus nicht), aber dieser peinliche, von der fuckzeitung munitionierte pseudoempörte schnappatmungsjournalismus geht einen kleinen hauch übers ziel hinaus. das einzige, was hier enthüllt wurde ist das "strategische verhältnis zur wahrheit" (leyendecker) des bundespräsidenten - er kennt's ja auch nicht anders - und eben das "system niedersachsen". das könnten sich die von natur aus eher unaufgeregten einwohner*innen dieses im kleinen eigentlich ganz hübschen bundeslandes mal gründlich etwas genauer anschauen. so deutlich bekommt man das nämlich sonst nicht vorgeführt.

von mir aus können wir diesen albernen angeschossenen tanzbären behalten, vielleicht hat er ja was gelernt. da darf man die hoffnung nicht aufgeben.

und irgendwann erfahren wir sicher auch mal, was das organ der niedertracht (goldt) wirklich wollte. in ferner zukunft, wenn die würfel längst gefallen sind.


*ich freue mich aufrichtig für jedeN, die/der sich aus eigener kraft etwas eigenes erarbeitet. an dieser stelle spielt der habitus die entscheidende rolle. ich wär ja nur sehr ungern neureich, bin derzeit allerdings auch nicht in großer verlegenheit;-)

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