Dienstag, 5. April 2016
worum es geht: leidige chronistenpflicht

jó utazást, kertész imre
willkommen bei vert, dem nachrufeblog bei blogger.de.
man kommt ja zu nix mehr.

jo, jetzt also mal wieder ein schicksalsloser, ein holocaust-clown - und nach der annahme des st.stephansordens auch der offizielle holocaust-clown der ungarischen regierung, eine nur mit einer hilflosigkeit seines hohen alters zu erklärenden absurdität.
aber absurd waren letztlich auch kertesz' einlassungen zur überfremdung europas (usw.), die wohl letztlich niemand kalt lassen, die ihn seit jahrzehnten für seinen überblick schätzten.
warum er den nobelpreis bekam, warum er einer der wichtigsten literaten der nachkriegszeit war, warum er es war, der das unbeschreibbare beschreiben konnte, indem er es nicht beschrieb - das kann man überall sonst nachlesen (wo ist eigentlich herr stubenzweig, wenn man ihn braucht?!)
wahrscheinlich fängt jetzt das gezerre um seinen nachlass an. so halbwegs weitsichtig hat er große teile davon ab 2001 schon bei der berliner akademie der künste geparkt, hoffentlich geht das nicht jetzt doch nach ungarn, das fänd ich derzeit einfach furchtbar. ein langes leben, das schon 1940 hatte vernichtet werden sollen, ging jetzt doch zuende.
"allein die toten sind unbeschmutzt von der schande des holocaust. dagegen ist es eine bittere sache, den stempel des überlebens zu tragen, für das es keine erklärung gibt. du bist geblieben um den mythos von auschwitz zu verbreiten, geblieben als eine art wundertier."

gute reise.

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